Historisches

Nach der Gründung eines Wohltätigkeitsvereines nahm sich Raiffeisen des Problems des Zinswuchers an und gründete den "Hilfsverein zur Unterstützung un­bemittelter Landwirte", dem auch wohlhabende Menschen beitraten. Dieser Verein wurde im Jahr 1869 in eine Genossenschaft umgewandelt. Alle Vereinsmitglieder - auch die wenig Begüterten -  wurden zu gleichberechtigten Mitgliedern. Auch in Tirol fiel diese Idee auf fruchtbaren Boden.

Es erfolgten die ersten Genossenschaftsgründungen. So wurde 1876 die vermutlich erste Sennereigenossenschaft in Elbigenalp gegründet. Ziel dieser Genossenschaften war es, die Vermarktung der Milch zu erleichtern. Auch nach Ansicht des damaligen Ackerbauministeriums


"... sind diese Genossenschaften die einzige Möglichkeit für Produzenten, welche nicht einen gesicherten direkten Absatz für ihre Milch haben, zu einer rationellen Verwertung der Milchprodukte".


Die erste Tiroler Raiffeisenbank

Nach den zaghaften Anfängen im Milchbereich wurde der erste "Spar- und Darlehenscassenverein" in Ötz im Jahr 1888 auf Betreiben von Johann Tobias Haid gegründet. Nur kurze Zeit darauf folgte die Gründung der Raiffeisenkassen in Inzing, Mils und Kirchberg. Die Gründungen von Raiffeisenkassen wurden durch einen Beschluss des Tiroler Landtages besonders gefördert, wenn sich diese Kassenvereine einer freiwilligen Revision unterwarfen. 1894 gab es im deutschsprachigen Tirol bereits 98 Kassenvereine.

Bald gab es keine Sparte in der Landwirtschaft mehr, in der nicht genossenschaftliche Betriebe anzutreffen waren. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es Raiffeisenkassen ermöglicht, auch das Bezugs- und Absatzgeschäft landwirtschaftlicher Produkte zu übernehmen.